Nach dem emotionalen Last-Second-Sieg in Weinböhla vor zwei Wochen und der darauffolgenden Heimniederlage gegen den Sachsenliga-Absteiger aus Radeberg wollte die zweite Mannschaft des HSV Dresden in Pulsnitz wieder in die Spur finden und wichtige Punkte einfahren.
Die Marschroute von Trainer Paul Junghans war klar: Der Fokus sollte auf einer kompakten, aggressiven Abwehrarbeit liegen, um vor allem den gegnerischen Spielmacher Moritz Lambrecht frühzeitig aus dem Spiel zu nehmen und so das Pulsnitzer Offensivspiel zu stören. Im Angriff sollten die im Training einstudierten Abläufe geduldig und konsequent ausgespielt werden.
Die Dresdner starteten konzentriert, doch die Hausherren erwischten zunächst den effektiveren Beginn. In der zweiten Minute lag Pulsnitz mit 3:1 in Führung. Doch die zweite Mannschaft des HSV Dresdens ließ sich davon nicht beirren und fand dann ihren Rhythmus. Besonders Leonard Schkade und Niklas Bäumer übernahmen im Angriff Verantwortung und steuerten so wichtige Tore bei. Der Defensivplan ging zunehmend auf: Lambrecht wurde gut kontrolliert, und aus einer stabilen Abwehr heraus erarbeitete man sich bis zur Pause eine verdiente 17:14-Führung. Zu diesem Zeitpunkt schien alles für den HSV Dresden zu laufen.
Handball ist jedoch ein Spiel, das 60 Minuten dauert. Nach dem Seitenwechsel riss der Faden im Angriffsspiel der Dresdner zunehmend. Es fehlte vor allem an Tiefe und Entschlossenheit in den 1vs1 Situationen. Während wir in der ersten Hälfte den Gegner im Griff hatten, drehte nun Pulsnitz auf – allen voran Gabriel Sanchez. Er erzielte insgesamt 8 Treffer und wurde zu einem entscheidenden Faktor für die Wende. In der 38. Minute erzielte Pulsnitz den Ausgleich zum 19:19. Die Heimmannschaft nutzte das Momentum eiskalt, während Dresden im Angriff die Sicherheit verloren, und zog bis zur 45. Minute auf 24:20 davon.
Trotz einer kämpferischen Schlussphase, in der Cedrick Punte und Niklas Bäumer noch einmal verkürzen konnten, gelang es nicht mehr, das Spiel zu drehen. Sanchez besiegelte in der 58. Minute die 24:27-Niederlage. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass die Moral stimmt und Dresden taktisch und körperlich auf der Höhe ist. Um den vorletzten Tabellenplatz zu verlassen, muss diese Konzentration jedoch zwingend über die vollen 60 Minuten auf die Platte gebracht werden. Am kommenden Wochenende steht das Stadtderby gegen die Dritte Vertretung des HC Elbflorenz an.
HSV Dresden: Lukas Bretzger, Martin Kiefer; Leonard Schkade(6), Lukas Garte(2), Tom Girschik(3), Fiete Wald(1), Moritz Ahnert, Cedrick Punte(2), Paul Kanzler(1), Tobias Haufe(1), Andreas Miersch(2), Niklas Bäumer(6/2)
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