Unterschiedlicher können zwei Halbzeiten eines Spiels kaum verlaufen. Man konnte den HSV-Jungs noch nicht mal den in dieser Saison schon manchmal gesehenen verschlafenen Start vorwerfen. Von Beginn an waren sie im Angriff um Tempo bemüht. Und bis zum 3:3 war auch vieles in Ordnung. Danach wurden aber vermehrt schlechte Entscheidungen getroffen und vor allem große Defizite in der Verteidigung sichtbar. Die Jungs hielten die Rückraumspieler des Gegners zwar oft gut von Toraktionen fern, aber unterbanden nicht deren Pässe zum viel zu freien Nebenmann, oftmals auf der Außenposition. Immer wieder landete der Ball im HSV-Tor. 10:16 stand es nach 19 Minuten, dieser Gegentor-Schnitt entspräche 42 im ganzen Spiel. Auszeit! So konnte es nicht weitergehen.
Ging es zum Glück auch nicht. Schon in den letzten Minuten der ersten Halbzeit zeigten die HSV-Jungs ein erstes Aufbäumen und verkürzten den Rückstand von sechs Toren auf vier. Und nach der Pause erfand sich der HSV gänzlich neu. Trainer Tom verzichtete zugunsten eines vierten Rückraumspielers auf den Kreisläufer – diese taktische Umstellung, gepaart mit offenerer Deckung und viel Leidenschaft, machte sich sofort bezahlt. Nach weniger als vier Minuten war der Ausgleich geschafft, und die HSV-Lawine rollte weiter, sodass Hälfte zwei mit einem 13:3-Lauf begann. Einmal in Spiellaune gekommen, ließen die Jungs in Grün den Gastgeber auch nicht mehr herankommen. Fünf Tore Vorsprung waren es beim von den "Auswärts"-Fans umjubelten Abpfiff des Lokalderbys.
Wer nur die beeindruckende zweite Hälfte gesehen hat, wird sich den Halbzeitstand nicht erklären können. Das waren zwei gänzlich verschiedene Gesichter unserer Jungs. Das hübschere der beiden dürfen sie im nächsten Spiel gern von Beginn an zeigen, wenn es gegen die DHfK Leipzig geht.
C1-Jugend: Ben H. und Luc (im Tor), Theodor R. (10), Adrian (5), Simon (5), Emil (3), Leander (3), Anton (2), Luk (2), Felix (1), Franz (1), Moritz (1), Peer