Wenn man als mutmaßlich klar bessere Mannschaft und dadurch als Favorit in ein Heimspiel geht, gibt es drei Möglichkeiten, wie man es angeht. Man zieht von Anfang an voll durch und zeigt, wer Herr im Hause ist. Oder man überschätzt sich, unterschätzt den Gegner und findet gar nicht ins Spiel. Oder – und dafür schienen sich unsere HSV-Jungs, sicherlich unbewusst, entschieden zu haben – man wählt eine Art Mittelweg, gibt fast immer nur gefühlte 80 Prozent und hat den Gegner trotzdem im Griff, wenn auch deutlich knapper als nötig.
Man muss den Jungs zugestehen, dass sie nie in Rückstand und nach dem anfänglichen 2:2 immer in Führung lagen. Der Sieg schien zu keinem Zeitpunkt wirklich in Gefahr zu sein. Und dennoch fühlte sich das Spiel aus HSV-Sicht nicht besonders gut an. "Spielt doch mal so, wie ihr es eigentlich könnt", wollte man den Jungs zurufen, vor allem in der Abwehr, wo viel zu zaghaft, steif und langsam agiert (oder besser: reagiert) wurde. Negativer Höhepunkt war, als der Gast aus Hoyerswerda mit einem 3:0-Lauf auf zwei Tore herankam, da waren nur noch knapp zwölf Minuten zu spielen.
Schade, dass unsere Jungs in manchen Spielen solche Momente zu brauchen scheinen, um richtig wach zu werden. Schön ist aber meistens, wie sie dann wach werden. So auch diesmal. Das 22:20 wandelten sie innerhalb von knapp zwölf Minuten in den 32:22-Endstand um. Wieder mal trugen sich neun verschiedene HSV-Spieler in die Torschützenliste ein – und sogar alle von ihnen mehrfach. Auch die beiden Torhüter zeigten mehrere schöne Paraden. Man könnte aber hinzufügen: Mussten sie bei der Abwehrarbeit leider auch. Man will ja nicht zu viel schwärmen nach einem Spiel, das zu drei Vierteln auf Sparflamme köchelte. In den nächsten Spielen von Anfang an bei 100 Prozent sein: Das wäre schön und wahrscheinlich auch wichtig. Denn wir müssen zweimal nach Leipzig.
C1-Jugend: Luc und Ben (im Tor), Anton (5), Leander (4), Luk (4),Theodor R. (4/1), Emil (3), Franz (3), Moritz (3), Adrian (2), Simon (2), Theodor L. (2), Felix, Jakob