Der HSV Dresden erkämpft sich Platz 6 beim diesjährigen Tiger Cup des HC Elbflorenz – im wahrsten Sinne und mit allem, was die Jungs über zwei volle Tage im Tank hatten. Die Plätze 1 bis 5 belegen die Nachwuchsleistungszentren der Bundesligisten SC Magdeburg, HC Elbflorenz, SC DHfK Leipzig, Füchse Berlin und HLZ Friesenheim-Hochdorf. Wir spielen auf Augenhöhe gegen den späteren Turniersieger SC Magdeburg am ersten Tag 12:14 und am zweiten Tag gegen den Zweitplatzierten HC Elbflorenz 11:11 nach regulärer Spielzeit.
So nüchtern sich die Sätze lesen, so schön ist diese Momentaufnahme für uns in der D-Jugend. Es bestätigt die Entwicklung unserer Jungs in der letzten Zeit.
Tag 1: Starke Abwehr, großer Fight gegen den SCM
Der Start ins Turnier gegen Neudorf/Döbeln verlief nervenaufreibend. Keine der beiden Mannschaften konnte sich absetzen, einfache Tore blieben Mangelware. Doch wir stellten den variabel agierenden Gegner immer wieder clever, verschafften uns in der Mitte des Spiels einen Vorsprung und hielten diesen bis zum 11:7-Endstand – ein gelungener Auftakt.
Schon im Vorfeld war die Freude auf das Highlight des ersten Tages groß: ein Wiedersehen mit den Magdeburgern, gegen die wir vor einigen Wochen schon bei ihrem eigenen Turnier gespielt hatten. Es entwickelte sich wieder ein sehr intensives Spiel gegen einen körperlich starken Gegner. Magdeburg nutzte seine Vorteile für einfache Tore, doch wir stellten uns mutiger als beim letzten Mal entgegen. Immer wieder erzwangen wir Würfe aus der Distanz, die unser Keeper großartig entschärfte. Im Angriff mussten wir uns jeden Treffer hart erarbeiten, fanden aber die Lücken. Unsere kleinen Jungs wurden zu Löwen, saßen auf der Bank mit Eisbeuteln, um gleich wieder ins Getümmel zu springen. Am Ende nutzte der SCM aber seine Chancen eiskalt und setzte sich verdient mit 14:12 durch – und trotzdem überwog Stolz. Besonders freut uns die Anerkennung des Magdeburger Trainerteams: „Mensch, da haben eure Jungs ja heute wieder das Herz auf der Platte gelassen.“
Nach diesem emotionalen Spiel folgte mit TJ Sokol Vršovice ein Gegner, den wir von Beginn an dominierten. Mit einer aggressiven Abwehr und schnellem Umschaltspiel erzielten wir Ballgewinne und viele einfache Tore. Beim 26:9-Sieg konnten die Jungs ihre Spielfreude zeigen und den ersten Turniertag mit nur 30 Gegentoren in der Gruppenphase beenden – ein starkes Zwischenfazit auf dem Weg ins Viertelfinale. Die positive Einstellung, Leidenschaft und der Spaß am Spiel sollten uns auch am nächsten Tag tragen.
Tag 2: Derby und Löwenherzen
Der zweite Tag begann mit einem Derby gegen den Gastgeber HC Elbflorenz. Beide Mannschaften kennen sich aus Liga und Bezirksauswahl, beide wollten ins Halbfinale. Elbflorenz startete wie die Feuerwehr, doch unsere Abwehr zwang sie immer wieder zu Fehlwürfen, das Spiel blieb eng. Wir gingen 6:5 in Führung, der Gegner stellte um und übernahm die Führung, wir reagierten mit einer eigenen Auszeit und fanden erneut Lösungen. Mit intensivem Abwehrspiel hielten wir die schnellen Spieler vom Tor fern. Doch in den letzten Minuten misslangen uns zwei entscheidende Angriffe, Elbflorenz glich aus und erzwang ein 7m-Werfen, das sie schließlich für sich entschieden. Enttäuschung kurz nach Abpfiff, aber auch Stolz: Wir haben einem Top-Gegner alles abverlangt.
Die Enttäuschung währte noch etwas, denn gegen Eintracht Baunatal fanden wir nur schwer ins Match, verwarfen Chancen und unsere Abwehr stand nicht so sicher wie gewohnt. Doch unsere kleinen Löwen zeigten wieder Herz und holten alles aus sich heraus. Exemplarisch die letzte Szene: Wir verwarfen die Siegchance kurz vor Schluss, verhinderten aber den Konter des Gegners durch starkes Rückzugsverhalten und blockten den letzten Wurf. Der Rest war pure Freude – 10:9-Sieg! Im Spiel um Platz 5 war der Tank dann leer, Friesenheim-Hochdorf nutzte das mit schönem Handball aus. Verdient gewannen sie dieses Spiel, wir gratulieren und nehmen Platz 6 mit nach Hause.
Fazit
Der Tiger Cup 2025 war ein tolles Turnier für uns. Wir sind als Mannschaft gewachsen, haben viel gelernt und gezeigt, dass wir mit den großen Namen mithalten können. Großer Respekt vor der Arbeit in den Nachwuchsleistungszentren – dort steckt sehr viel Professionalität und Sachverstand. Unser Dank gilt den Eltern und Familien für die Unterstützung sowie den Organisatoren für zwei perfekt organisierte Tage. Jungs – jetzt geht es zurück ins Training, um weitere solcher Spiele zu erleben. Denn eines ist klar: Es ist nur eine Momentaufnahme. Aber eine, an die wir uns gern gewöhnen könnten.
Geschrieben von Maik