Spielbericht

20.10.2018 14:00 Uhr | SC DHfK Leipzig - HSV Dresden | Sporthalle Sportoberschule Leipzig | 22:18

 

SC DHfK Leipzig I - HSV Dresden 22:18 (11:9)

Überraschung verpasst

 

Wenn die beiden offensivstärksten Mannschaften der Liga aufeinandertreffen, dann gibt es ein Defensivspektakel. Beim letzten Aufeinandertreffen beider Teams, im September beim Füchse Cup in Berlin, hatte es noch eine torreiche Auseinandersetzung gegeben, mit dem 13:14-Endstand nach gerade Mal 16 Spielminuten. Doch am Samstag zeigten beide Truppen, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht haben und rührten in der Abwehr Beton an. In der zehnten Spielminute führten wir mit 4:2, weil wir in der Abwehr aufopferungsvoll kämpften und Leo im Tor den Rest wegnahm. Doch im Angriff kamen wir nicht recht von der Stelle, weil wir uns genauso schwer taten, die Lücken zu finden und den Respekt vor der Leipziger Spielweise abzulegen. In den nächsten zehn Spielminuten kippte das Pendel zu Gunsten der Messestädter, die auf 10:6 davon zogen. Doch kurz vor der Pause kämpften wir uns wieder heran und beim 9:11-Pausenstand waren wir wieder in der Begegnung.

 

Auch in der zweiten Hälfte mussten wir für jedes Tor hart kämpfen. Wenn es in manch anderem Sachsenligaspiel mit einer starken Einzelaktion zum Durchbruch reicht, dann mussten hier fast immer drei oder vier starke Aktionen mit genau gespielten Pässen folgen, damit irgendwo die Chance auf einen Durchbruch in Richtung Tor bestand. Beim 14:14-Zwischenstand waren wir dran und machten es Leipzig so schwer, wie wir nur konnten. Zehn Minuten vor Spielende hatten wir beim Stand von 16:16 sogar die Chance, das Spiel zu unseren Gunsten zu kippen. Doch es kam anders: Leipzig übernahm die Führung, baute sie noch ein wenig aus und gab sie nicht mehr ab. Mit der 18:22-Niederlage verpassten wir es, als erstes Team seit über drei Jahren, gegen den Serienmeister aus Leipzig etwas Zählbares mitzunehmen. Woran lag das? Auf jeden Fall nicht an der Defensive, denn da machten die Jungs das beste Spiel ihrer bisherigen jungen Karriere. Auch nicht an den beiden Torhütern, denn Franz und Leo ließen sich nicht bitten und nahmen etliche deutliche Chancen der Leipziger weg und sie hielten mehr, als sie halten mussten. Vielmehr waren es die Kleinigkeiten. Leo und Franz halten zwei Siebenmeter, doch wir schaffen es nicht die Abpraller zu sichern. Wir verwerfen selbst zwei Siebenmeter, doch diese Abpraller landen auch nicht bei uns. Wir werfen in der ersten Halbzeit zwei oder drei Konterpässe zu viel neben den Mitspieler. Wir sind bei unseren Abschlüssen zwei oder drei Mal zu oft ungenau und treffen nur den Pfosten. Aber am Meisten lag es wohl daran, dass wir den Respekt vor der körperbetonten Leipziger Abwehr nicht ablegen konnten und zu viel Angst davor hatten, Fehler zu machen.

Nun beginnt für uns der goldene Herbst, mit zahlreichen Spielen, Turnieren und Auswahlmaßnahmen an den Wochenenden und Feiertagen. Für das Erste heißt dies, nächstes Wochenende nach Görlitz zu reisen.

 

Paul Wanitschka

HSV Dresden: L. Teske (TW), F. Schröder (TW), T. Punte, M. Wolf, V. Nickel, T. Girschik, P. Krebs, F. Punte, A. Punte, E. Schmelzer, J. Neudert